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23.05.1945 - 03.06.1945
23.05.1945 - 03.06.1945
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23.05.1945 
Auf der Patria empfängtGeneral Rooks am Morgen Dönitz, Jodl und von Friedeburg - er teiltihnen mit, OKW und Regierung werden auf Befehl Eisenhowers verhaftet. Dönitzwird ins Polizeipräsidium Flensburg gebracht. Engländer verhaftenRegierung bei einer Beratung.  
Die Alliierten Befehlshaber übernehmendie Regierungsgewalt in Deutschland.  
Reichsführer-SS HeinrichHimmler begeht in britischer Gefangenschaft Selbstmord
 Aktennotiz desLandrates  
Schwarzenberg, am 23. Mai 1945  
Besprechung mit Dr. Jüttnerund Dr. Hildebrandt:  
Die beiden Herren erklären,daß sie bereit sind, den Abtransport der aus dem Westen  
Evakuierten und Flüchtlingezentral für den ganzen Bezirk zu regeln und zu übernehmen. Sieerbitten aber hierfür eine entsprechende Frist, da zur Zeit erst dieFrage geklärt werden muß, wie die Transporte durch die amerikanischenLinien kommen und welche Beförderungsmittel zur Verfügung stehen.Außerdem ist für die Transporte die Verpflegungsfrage sorglichzu regeln. Sie stehen auf dem Standpunkt, daß zunächst die nachOsten auszuschleusenden Evakuierten abfließen müssen, da diesin Bezug auf Visum, Transportlage und Verhandlungen mit den Russen wesentlichleichter ist. Sie bitten, daß die Bürgermeister bei der Beschaffungdes Visums von seiten der russischen Behörden ihnen behilflich sind.Ich sage den Herren zu, daß ich in diesem Sinne die Bürgermeisteranweisen werde. Dies bedeutet, daß sämtliche aus dem Westenpolizeilich ordnungsgemäß Gemeldeten für den Abtransportnicht eher in Frage kommen, als bis dieser in obigem Sinne ordnungsgemäßvorbereitet ist und laufen kann.  
Unterschrift 

SOSA  
"Ich bin am 23. Mai 1945 an meinerTätigkeit als Bürgermeister durch einige deutsche Offiziere mitWaffengewalt gehindert worden. Auf Veranlassung dieser Offiziere wurdeich am folgenden Tage durch ein amerikanisches Kommando, bestand aus einemOffizier und etwa 6-8 Mann, meines Amtes enthoben. Ich mußte michdiesem Befehl beugen mit der ausdrücklichen Erklärung, daßdiese Maßnahmen nicht den Vereinbarungen der Obersten AlliiertenBehörden und den Vereinbarungen von San Franzisko und Jalta entsprächen."  
gez. Güttler          Feustel (Sosa)  

AUE  
Aufruf zur Bildung antifaschistischerOrganisationen:  
Jeder soll Mitkämpfer werden,ganz gleich, ob er einen geistigen Beruf ausübt, Arbeiter, Angestellteroder Handwerker, ob er christlich-religiös oder konfessionslos ist,nur ehrlichen Willens muß er sein. 
 

24.05.1945 

Offiziell in Haft befinden sich:Dönitz, Jodl, Graf Schwerin von Krosigk, Stuckart, Speer und GauleiterWegener + OB Luftwaffe General Ritter von Greim begeht Selbstmord

 SCHWARZENBERG  
Zur Vorbereitung der Rückführungder Ostpreußen  ist im Einvernehmen mit dem Herrn Bürgermeisterin Schwarzenberg im ehemaligen Wehrmeldeamt eine Meldestelle eingerichtetworden, die täglich von 9-12 und 14-18 Uhr Anmeldungen aller Ostpreußenaus Schwarzenberg entgegennimmt, soweit sie nicht bereits durch andereMeldestellen erfaßt sind.  Die Abfertigung erfolgt durch besonderefür die einzelnen ostpr. Kreise eingesetzten Vertrauensleute.  
Meldestelle für Rückführungder Ostpreußen in Schwarzenberg 
 
25.05.1945 

Eisenhower gibt bekannt, das  
1 500 000 Russen aus Westeuropazurückgeschafft werden müssen

AUE  
Aufruf  
  
Schont Wiesen und Felder!  

Bauern aus Aue und Bockau bittenuns, darauf hinzuweisen, daß das Suchen nach ?Otterzungen? und ?Sauerlump?wegen des bevorstehenden Wiesenschnittes jetzt unterbleiben möchte.Mag auch der Hunger dazu führen, daß besorgte Hausfrauen mitihren Kindern in immer größerer Zahl in den Wiesengründennach Pflanzenkost suchen, so wird doch jeder Vernünftige einsehenmüssen, daß auch das Grünfutter für die sowieso schonstark zusammengeschrumpften Viehbestände gesichert werden muß,wollen wir in absehbarer Zeit wieder Milch, Butter oder Käse auf unsereKarten beziehen. Ein Bauer erklärte uns rund heraus, in den täglichvon Hunderten zertrampelten Wiesen sei es überhaupt nicht mehr möglich,Gras zu hauen... Also noch einmal: Schont Wiesen und Felder! 
 

26.05.1945 

Die Kreuzer Prinz Eugen und Nürnberglaufen aus Kopenhagen kommend wieder in Wilhelmshaven ein, die Nürnbergsoll an die Russen geliefert werden  
Erstes Sinfoniekonzert im BerlinerTitatnia-Palast

BEZIRKSAKTIONSAUSSCHUSS  
Nachdem durch die Neuordnung derpolitischen Verhältnisse sowohl der Kreisausschuß als auch derBezirksausschuß weggefallen sind, hat sich ein Aktionsausschußfür den Bereich des Bezirksverbandes des Landratsamtes Schwarzenberggebildet, der die öffentlich-rechtlichen und verwaltungsmäßigenAufgaben der fortgefallenen Organe übernommen hat. Dem Ausschußgehören an die Herren:  
Oskar Schieck, Schwarzenberg, alsVorsitzender  
Hugo Grummt, Bermsgrün  
Reinhard Schlösser, Aue  
Max Küchler, Affalter  
Erwin Nestler, Lauter, und  
Frau Helene Papst aus Schwarzenberg.  
Obgleich Aue bezirksfreie Stadtist, erschien die Berufung des Herrn Reinhard Schlösser wichtig, umbei der schwierigen Frage der Nahrungsversorgung eine Verbindung zwischendem Bezirksverbande und der Stadt Aue zu haben.  
  Hugo Grummt, Bermsgrün 
An den Kommandeur der Besatzungstruppender Roten Armee 
Als Mitglied des Bezirksaktionsausschussesdes Landratsamtes Schwarzenberg in Sachsen, als Genosse und als einfacherMensch wende ich mich in tiefer Not, in die die Arbeiterschaft unseresBezirkes geraten ist, an Sie, Herr Kommandeur.  
Die Arbeiterschaft unseres Bezirkesweiß, daß sie kein Recht hat auf besondere Gnade von seitender siegreichen Roten Armee, da sie nicht imstande war, die Machtergreifungder Faschisten zu verhindern noch zu stürzen, als sie im Krieg gegendie Sowjetunion begannen und durchführten. Die hiesige Arbeiterschafthat gekämpft gegen den Faschismus und seine Helfer. In den Jahren1918,1920, 1921, 1923 und auch noch bis 1930 fanden wiederholt blutigeAuseinandersetzungen mit ihnen statt. Viele Hunderte von den Genossen ausdem Bezirk sind durch die Gefängnisse, Zuchthäuser und zuletztKonzentrationslager gegangen wegen ihrer Einstellung gegen den Faschismus.Aber die Arbeiterschaft war zu schwach, um die verbrecherische Politikder Faschisten zu verhindern, das erkennen wir an.  
Aber ich wende mich trotzdem anSie, Herr Kommandeur, in der Annahme, daß Sie auch den guten Willender Arbeiterschaft sehen und bei Ihrer Beurteilung der Arbeiterschaft mitberücksichtigen. Die Arbeiter des hiesigen Bezirkes haben die Faschistenin den meisten Orten gestürzt und durch Aktionsausschüsse dieöffentliche Gewalt in ihre Hände genommen. Auch für denBereich des Landratsamtes, dem sämtliche Orte mit rund 240.000 Menschenunterstehen, ist ein Aktionsausschuß eingesetzt worden, der dem Bezirkvorsteht und die Verantwortung trägt. Diesem Aktionsausschußgehöre ich an und will Ihnen unsere Notlage darlegen.  
Unser Bezirk war bis jetzt nichtbesetzt und liegt zwischen der Besatzungszone der Roten Armee und den amerikanischenTruppen.  
Unser Bezirk hat nur wenig Landwirtschaftund hat schon immer nur 10 % seines Bedarfs an Nahrungsmitteln aus eigenerErzeugung decken können, ist also auf Zufuhr angewiesen gewesen. DieErnährungslage ist aber noch durch die Politik der Faschisten zurKatastrophe geworden, weil Zehntausende von Flüchtlingen in unserGebiet getrieben und auch die geschlagenen deutschen Truppen hindurchzogenund die letzten Nahrungsmittelbestände dadurch vollends verbrauchtwurden.  
Der Aktionsausschuß des LandratsamtesSchwarzenberg daher seit seinem Antritt vor leeren Lagern und Läden.Wir haben bisher zusammengekehrt, was noch im Bezirk aufzufinden war undhaben bis heute pro Woche 1700 Gramm Brot für Erwachsene, ... fürJugendliche, ... für Kinder ausgegeben, Fleisch 100 Gramm, die Fettrationenvon 25 Gramm wöchentlich konnten noch nicht in allen Orten durchgesetztwerden. An Nährmitteln, Kartoffeln je nach Eingang keine oder ¾-1½Pfund pro Woche. Die Bevölkerung hat sich zum großen Teil mitGräsern behelfen müssen. Ihr körperlicher Zustand ist schlecht,und in manchen Orten treten Ruhr und große Kindersterblichkeit auf.Aber auch diese Hungerration ist jetzt nicht gesichert, und unser Bezirksteht vor der Hungersnot, wenn wir nicht Hilfe von Ihrer Seite erhalten,Herr Kommandeur.  
Brot können wir noch füreine Woche backen, dann ist der Vorrat an Getreide und Mehl erschöpft.Kartoffeln und ältere Nährmittel sind nicht mehr vorhanden. Wirmüssen schnell Zufuhren von Lebensmitteln mit Autos oder mit der Bahnaus anderen Bezirken heranholen und ungehindert bis in unser Gebiet bringenkönnen. Wir brauchen wöchentlich 5000 ztr. Getreide bei der jetzigenRationierung. Dazu brauchen wir Ihre Genehmigung und Ihren Schutz fürWagen und Ladegut während des Transportes durch das besetzte Gebiet.  
Ich bitte Sie daher inständig,in Anbetracht unserer Not, um Ihre Hilfe.  
Die Arbeiterschaft unseres Bezirkeswürde Ihnen unendlichen Dank schulden, wenn die siegreiche Rote Armeezu dem Sieg über den Faschismus auch noch den Sieg über die drohendeHungersnot hinzufügte durch Ihre Hilfe. Die Rote Armee und besondersauch Sie, Herr Kommandeur, würden sich in den Herzen der Arbeiterschaftund ihrer jetzt hungernden Kinder ein Denkmal setzen für alle Zeitenund unser Bestreben für eine innige Zusammenarbeit der deutschen Arbeitermit den russischen Arbeitern und Bauern mehr fördern, als die bestePropaganda je fertig brächte.  
Wir hoffen daher auf Ihre Antwortund Hilfe.  
Nachträgliche Bestätigungdes Verfassers. 
gez. H. Grummt
 
27.05.1945  
Mit Beethovens 6. Symphonie bringtder Hamburger Rundfunk erstmals ein eigenes Konzert  
In der Nähe von Hamburgwird Albert Forster, Reichsstatthalter von Danzig-Westpreußen, verhaftet
Schwarzenberg, 27.V.1945  
Auf Grund 25 jähriger Tätigkeitals praktischer Arzt und mehrjähriger Tätigkeit als Fürsorge-und Wohlfahrtsarzt in Schwarzenberg bin ich in der Lage, den hygienischenund Ernährungszustand der Schwarzenberger Bevölkerung zu beurteilen.Die Ernährung im Erzgebirge war stets knapp und besonders arm an Gemüsenund Obst (Vitamine), erklärlich aus der Tatsache, daß das Gebirgestets landwirtschaftliches Zuschußgebiet war. Hauptnährmittelwar die Kartoffel. Schon durch den ersten Weltkrieg hat die Bevölkerungim Vergleich zu anderen Gebieten Deutschlands schwerer gelitten und konnteden Substanzverlust nur langsamer aufholen als anderswo. Durch die nat.soz. Regierung wurde auch schon vor Ausbruch des Krieges 1939 die Lebenshaltung,besonders die Fettversorgung der Bevölkerung, stark eingeschränkt.Erst recht traf dies zu im Kriege. Von Jahr zu Jahr war zu beobachten,wie bei der arbeitenden Bevölkerung immer stärkere Gewichtsverlusteeintraten bei immer stärker werdenden körperlichen Anstrengungen.Die Lungentuberkulose nahm zu. Dies sind Eigenbeobachtungen, da fast sämtlicheTuberkulosefälle mit Pneumothoraxbehandlung durch meine Händegingen. Fast ständig waren schwer-toxische Diphtherie. Im letztenJahr trat eine schwere Keuchhustenepidemie unter den Kindern auf. Scharlacherkrankungenwaren ununterbrochen. Die Ernährungslage wurde noch verschlechtertdurch eine unverhältnismäßig hohe Zahl von Evakuiertenaus anderen Gebieten Deutschlands, besonders in letzter Zeit. Die auf Lebensmittelkartenzu beanspruchenden Rationen waren zum großen Teil überhauptnicht erhältlich. Viele Familien hatten nicht eine Kartoffel und keinStück Brot mehr im Hause und nährten sich von auf der Wiese gesuchtenKräutern. Diese Nahrungsmittel wurden so gut wie ohne Fett zubereitet.Säuglinge erhalten nur noch Magermilch, so daß die Ernährungsstörungender Säuglinge sich häufen. Seit Wochen leidet ein großerTeil der Bevölkerung an ruhrartigen blutigen Durchfällen. BakteriologischeUntersuchungen sind bei allen Infektionskrankheiten ausgeschlossen, dawir von den bakteriologischen Instituten in Dresden, Chemnitz und Zwickauabgeschnitten sind. Katastrophal wurde die Ernährungslage, als nachder Kapitulation ein riesiger Flüchtlingsstrom unser Gebiet durchfluteteund die letzten Lebensmittelvorräte aufzehrte. In der ärztlichenSprechstunde erscheinen vor Schwindel taumelnde Menschen, abgemagert vorHunger, seit einigen Wochen mit Hungerödemen an den Knöcheln.Die Menschen erliegen Infekten, die sie noch vor einem Jahr anstandslosüberstanden. Eitrige Hautausschläge, auf Mangel an Vitaminenzurückzuführende Neuralgien treten gehäuft auf. Körpergewichtevon 50, 40, ja 35 kg bei erwachsenen Menschen häufen sich. Es entwickelnsich Zustände, die über kurz oder lang zu Seuchen führenmüssen.  
Um diesem vorzubeugen, ist notwendig:  

1. Schaffung einer Möglichkeit,durch Passierscheine mittels Lastautos Nahrungsmittel aus nahegelegenenÜberschußgebieten herbeizuschaffen;  
2. Herbeischaffung von Medikamentenund Seren sowie Impfstoffen durch Gewährung von Passierscheinen andie Apotheker.  
3. Hand in Hand damit müßteGelegenheit gegeben werden, die Evakuierten aus dem übervölkertenGebiet so schnell wie möglich abzutransportieren.  
Stempel  
Unterschrift 
 

28.05.1945AUE / SCHWARZENBERG  
Die gegenwärtige Notzeit erfordert,daß alle für den Wiederaufbau benötigten Arbeitskräfteunverzüglich hierfür eingesetzt werden. Obwohl sich die überwiegendeMehrheit der Bevölkerung dieser Notwendigkeit nicht verschließt,zeigen sich doch vereinzelte Fälle, in denen Arbeitskräfte derAufforderung des Arbeitsamtes, eine ihnen zugewiesene Arbeit anzutreten,nicht nachkommen. Die dadurch hervorgerufene Verzögerung des Wiederaufbaueskann keinesfalls geduldet werden. Es werden daher künftig alle diejenigen,welche der Aufforderung des Arbeitsamtes zur Aufnahme einer bestimmtenArbeit rechtswidrig nicht Folge leisten, von jeder Unterstützung (Arbeitslosen-Sonderunterstützung,Ausfallvergütung usw.) sowie vom Bezug der Lebensmittelkarten ausgeschlossen.  
Aue und Schwarzenberg,  28.5.1945  
Der Leiter des Arbeitsamtes  
gez. Dr. Mittelbach  
Der Oberbürgermeister derStadt Aue  
gez. Ziegler  
Der Landrat zu Schwarzenberg  
gez. Dr. Hänichen 
 
29.05.1945 

Die in Norwegen liegenden deutschenU-Boote werden in britische Häfen gebracht

Lic. theol. G. Beyer  
Pfarrer  
Beierfeld, Erzgeb.  
Beierfeld, 29.5.1945 
Sehr geehrter Herr Regierungsrat !  
Mein Schwiegersohn, Pfarrer in Zschocken,macht mich soeben durch einen persönlich überbrachten Brief daraufaufmerksam, daß der Zwickauer Kreis durch Geistliche und Laien nochin dieser Woche bei der Zwickauer Militärregierung im amerikanischenHauptquartier vorsprechen und bitten will, das Gebiet wegen der demokratischenund chrsitlichen Einstellung der Bevölkerung unter amerikanischenSchutz zu stellen und so dem Bemühen der Russen, sich hier  auszubreiten,zuvorzukommen. Da die Kirche beim Amerikaner viel gilt, möchte ichdiesen Vorschlag an Sie weitergeben. Ich bin als derzeitiger Führerdes Kirchenkreises gern bereit, für unseren Bezirk solche Fürsprachemitzutun und würde empfehlen, dies zu versuchen, vielleicht unterMitbeteiligung von Herrn Pfarrer Münnich und Fabrikdirektor von Laarin Aue, einem treuen Kirchenmann, und natürlich auch einem Dolmetscher,sofern nicht einer von uns fließend englisch spricht. Evtl. hätteich hierfür den früheren langjährigen Sekretär desWeißen Kreuzes, der jetzt in Beierfeld wohnt, Herrn Wirklin, derauch viele Beziehungen zum CVJM in Amerika hat und selbst dort Vorträgegehalten hat, zur Verfügung.  
Wenn man den Gerüchten Glaubenschenken darf, wonach die Amerikaner bestimmt zu uns noch kommen, so istes doch trotzdem nicht unnötig, sofern es nicht baldigst geschieht,denn die Russen könnten leicht den Amerikanern zuvorkommen...  
Halten Sie die Sache für überflüssig,dann lassen Sie diese Zeilen im Papierkorb verschwinden. Andernfalls steheich jederzeit zur Verfügung. Bitte um Anruf 3483.  
Mit vorzüglicher Hochachtunggrüßt 
Ihr 
ergebener 
[ Unterschrift ]
 
30.05.1945 

Feldmarschall Montgomery verkündetden Deutschen in der britischen Besatzungszone, "die Vorbedingungen fürein einfaches, aber geordnetes Leben der ganzen Bevölkerung zu schaffen".

AUE  
Bekanntmachung  
Alle Flüchtlinge, Haftentlassenen,Befreiten aus Konzentrationslagern usw. haben sich sofort in ihre Heimatortezu begeben, um dort beim Aufbau mitzuwirken.  

Otto Brandt, Mitglied des Aktionsausschusses:  
"Wenn wir keine Hilfe von auswärtsbekommen, stehen wir vor einer Katastrophe!"  

Hermann Graf, Mitglied des Aktionsausschusses:  
"Zurückflutende Soldaten,Flüchtlinge, Kriegsgefangene sowie Zivilarbeiter haben das Stadtgebietvon Ost nach West und umgekehrt durchzogen und die bescheidenen Vorrätebis auf einen kleinen Bestand aufgezehrt. Die Stadt kann keinerlei Zuteilungenmehr geben"  

Großhändler Thierfelderwird als Großschieber entlarvt, die Stadt muß die Beschaffungvon Lebensmitteln in eigene Hände nehmen. 
 

31.05.1945 

Amerikanische Militärregierungverfügt die Auflösung der NSDAP  
In London beraten Militärsaus 16 Ländern über die beschleunigte Festnahme und Aburteilungvon Kriegsverbrechern.

Eidesstattliche Versicherung  

Nach meiner Haftentlassung versichereich hiermit an Eides Statt,  
1. daß ich in Zukunft an Besprechungen,Zusammenkünften gleich welcher Art, die sich auf frühere Zieleoder Bestrebungen der NSDAP gründen oder beziehen, weder teilnehmennoch solche etwa gar selbst ins Leben rufen werde.  
2. daß ich nichts unternehmenoder dulden werde, was sich gegen die gegenwärtige oder zukünftigeGestaltung sowohl des Reiches wie auch der Gemeindevertretung richten sollte.  
Raschau, am .. Mai 1945  

Unterschrift
 
01.06.1945 
General Eisenhower verlegt seinHauptquartier von Reims nach Frankfurt in die Gebäude der IG Farben,Lindau am Bodensee wird Hauptquartier der Franzosen  
Zwischen Alliierten und deutschemMilitärpersonal wird kein militärischer Gruß gewechselt
Bekanntmachung  
Nach dem Zusammenbruch des Reichesam Ende des verlorenen Krieges fehlt zur Zeit in unserem Gebiete noch jedeandere Reichs-und Staatsgewalt. Die einzige obrigkeitliche Behördeist der Landrat mit seiner Bezirksvertretung. Die Bezirksvertretung wirdrepräsentiert durch den bei Beginn der Neuordnung gebildeten Bezirksaktionsausschuß,der nun gemeinsam mit dem Landrat die obrigkeitliche Gewalt für dengesamten Verwaltungsbereich des Landratsamtes Schwarzenberg mit allen nichtbezirksfreien Stadt- und Landgemeinden darstellt. Landrat und Bezirksausschußhaben daher alle zur Aufrechterhaltung der Ordnung, des Verkehrs (mit Ausnahmedes Post- und Eisenbahnverkehrs ), der Wirtschaft und besonders der Regelungder Ernährung der Bevölkerung notwendigen Anordnungen zu erlassen.Landrat und Bezirksaktionsausschuß sind oberste Polizei- und Verwaltungsbehördedes Bezirkes, bis eine anderweitige Verwaltungsorganisation durch die interalllierteKommission oder deren etwaige Besatungsbehörde eingerichtet wird.  
Demzufolge wird hierdurch folgendesfür den gesamten Verwaltungsbereich des Landratsamtes Schwarzenbergverordnet:  
1. Alle Bürgermeister, Beamtenund Angestellten des Bezirks- und Gemeindedienstes sind zur strengstenDurchführung der Anordnung des Landrates und des Bezirksaktionsausschussesverpflichtet. Sie haben die Durchführung dieser Anordnungen peinlichstzu überwachen und Übertreter sofort zur Bestrafung zu meldenoder im Rahmen ihrer Zuständigkeit selbst zu bestrafen. Bürgermeister,Beamte und Angestellte im Bezirks- und Gemeindedienst haben Dienststrafenund in besonders schwer gelagerten oder Wiederholungsfällen sofortigeDienstentlassung zu gewärtigen, wenn sie dieser Pflicht nicht gewissenhaftnachkommen.  
2. Gewerbetreibende, Landwirte sowiealle anderen Personen, die die Verordnungen und Anweisungen des Landratesin irgendeiner Weise übertreten oder gar zu sabotieren versuchen,werden streng bestraft.  
3. Besonders strenge Bestrafunghaben diejenigen zu gewärtigen, die sich Vergehen gegen die Anordnungenhinsichtlich der Erzeugung, Verwendung, des Bezugs, der Verteilung sowiedes Einkaufs von Lebensmitteln im Kleinhandel, sei es als Erzeuger, Verkäuferoder Verbraucher, zuschulden kommen lassen.  
4. Schwere Bestrafung haben diejenigenzu gewärtigen, die versuchen, durch ihr Verhalten die öffentlicheRuhe und Ordnung zu stören, offene oder versteckte nationalsozialistischePropaganda zu betreiben oder gar zu Unbesonnenheiten auffordern.  
Fremd zugewanderte Personen habenbei den unter Ziffer 4 aufgeführten Übertretungen neben der Bestrafungnoch sofortige Ausweisung aus dem Bezirk zu gewärtigen.  

Strafarten für die unter Ziffer1 bis 4 aufgeführten Strafarten und Vergehen sind Geld- und Freiheitsstrafen.Daneben wird auf zwangsweise öffentliche Arbeitsleistung sowie ingeeigneten Fällen auf zeitweise oder dauernde Schließung desGewerbetriebes, bei landwirtschaftlichen Betrieben nötigenfalls aufZwangsverwaltung durch eine von der Bezirksbehörde bestellte Personerkannt werden.  
Die Anordnung liegt unter den heutigenVerhältnissen im gebieterischen Interesse der Allgemeinheit. Sie sichertRuhe, Ordnung, gerechte und wenn auch noch so geringe Verteilung der äußerstknappen Nahrungsmittel, wahrt die notwendigen Voraussetzungen fürallmähliche Wiederingangsetzung der Wirtschaft und sorgt fürSicherheit gegen jedes nationalsozialistische Treiben. Auf all das habenalle ehrlichen Bewohner des Bezirks berechtigten Anspruch. Landrat undBezirksaktionsausschuß sind sich daher auch der weitgehendsten Unterstützungder Bevölkerung bei Durchführung und Anwendung der Anordnungsicher.  
Schwarzenberg, 1. Juni 1945 
Der Bezirksaktionsausschuß              Der Landrat 
 

02.06.1945 
Die Verhaftung von mehreren Gauleiternwird bekanntgeben
AUE  
In Gegenwart eines Vertreters derStadtverwaltung wurde in einer Zusammenkunft zahlreicher Industriefirmenein vorläufiger Industrieausschuß  für das StadtgebietAue gewählt.  

CHEMNITZ  
Erzgebirgischer Volksfreund 
  
Ruhe und Ordnung im Raum Chemnitz  
Wie vor einiger Zeit gemeldet wurde,herrschten im Raum Chemnitz Unruhen, da noch nicht gefangengenommene deutsche Soldaten die Bauern belästigten. Wir erfahren nun, daßdie Russen die Ordnung wieder hergestellt und die plündernden Soldatenliquidiert haben. 
 

03.06.1945 
Hermann Brill, SPD, wird mitZustimmung der Amerikaner Ministerpräsident von Thüringen  
Lebensmittelvorräte reichennoch für zwei Monate
SCHNEEBERG  
Es wird nochmals ausdrücklichdarauf hingewiesen, daß jeder Tausch von Bekleidungsstückenund anderen Sachen gegen Lebensmittel bei Landwirten sowie allen anderenGeschäftsinhabern infolge der katastrophalen Ernährungslage verbotenist. Ferner wird nochmals jede Person vor Plünderungen, Diebstählenund sonstigen unberechtigten Aneignungen von Lebensmitteln, Bekleidungsstückenund anderen Sachen gewarnt. Jede Person, die dieser Bekanntmachung zuwiderhandelt,hat mit der härtesten Strafe und entehrender Bloßstellung zurechnen.  
Der Polizeiausschuß 
 
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