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14.05.1945 - 22.05.1945
14.05.1945 - 22.05.1945
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14.05.1945  
Übergabe der Armee "Ostpreußen"unter General von Saucken mit  
150 000 Mann vollzogen
 Bekanntmachung 
An die Einwohner von Raschau! 
Die Zwingburg des von den Nazis proklamiertenTausendjährigen Reichs ist zusammengekracht wie ein Kartenspiel. Wasjeder einsichtige und vernünftig denkende Mensch schon lange vorausgesehenhat, daß dieses auf Lug und Trug aufgebaute System sich nicht langehalten konnte, ist eingetreten. Hinterlassen aber haben sie ein Chaos undein Elend, wie es die Menschheit noch nicht erlebt hat; Millionen von totenMännern und Frauen, ungezählte Verstümmelte, die fürihr ganzes Leben zum Nichtstun verurteilt sind, Witwen und Waisen in einerZahl, die uns das Grausen bringen wird, die ihre Männer und Väternie wiedersehen werden. Eltern, deren einzige Sorge es war, ihren Söhnenein anständiges Leben zu sichern und dafür gedarbt und gearbeitethaben, sind dieser Hoffnung beraubt. Und wieviel Ehen können nichtgeschlossen werden, weil die Braut allein dasteht ! Millionen von Ausgebombtenund zwangsmäßig evakuierten irren heute ohne Heimat herum undwissen nicht, was morgen werden soll. Wie viele vernichtete Städteund Dörfer, wieviel kostbares Gut, das in Schutt und Asche fiel, Fabriken,die kaum wieder in Betrieb gesetzt werden können. Zerstörte Transportanlagenund damit ein katastrophaler Zusammenbruch der Wirtschafts- und Ernäherungslage.  
Männer und Frauen von Raschau,das ist das Resultat einer zwölfjährigen Herrschaft der NationalistischenDeutschen Arbeiterpartei über das deutsche Volk. Einer Partei, dienur mit den Mitteln des Betruges, des Terrors und der Lüge die Gewaltüber das deutsche Volk ergatterte und nur mit denselben Mitteln sichhalten konnte. Wehe, wer sich dagegen aufzulehnen versuchte ! Gefängnis,Zuchthaus, Konzentrationslager und der Tod, das waren Methoden, um jedenanders denkenden Menschen von vornherein unschädlich zu machen. Dasdeutsche Volk wurde unter dieser Herrschaft zu einem willenlosen Objekt,das sich zu allem hergeben mußte.  
Und heute ? Eine Illusion ist zusammengebrochen.Heute herrschen Erkenntnis und Verbitterung gegenüber den Führernder Nationalsozialisten. Männer und Frauen ! Wir müssen jetztretten, was noch zu retten ist, es ist ein schlechtes Erbe, was wir übernehmen.  
Der unterzeichnete Ausschußhat seit einigen Tagen die Geschicke der Gemeinde übernommen. Männer,die zum Teil schon in früheren Jahren ihr Ganzes gaben für dieBelange und zum Wohle der Gemeinde, die sich in jahrelanger Zusammenarbeitfür den jetzigen Zeitpunkt schulten und vorbereiteten, haben die Geschickeder Gemeinde Raschau als beratender Ausschuß mit übernommen...  
Der Bürgermeister Gärtnerist, bis die Besatzungsbehörde eingesetzt ist, beurlaubt, das entsprichtwohl dem Willen des größten Teils der Einwohner.  
Stellt Euch, Ihr Einwohner, geschlossenhinter die Gemeindeverwaltung und den Antifaschistischen Aktionsausschuß.  
Raschau, am 14. Mai 1945  
Antifaschistischer Aktionsausschuß 
gez. Unterschriften 

Bewaffnete Antifaschisten aus Raschaulösen ein bei Schwarzenberg gelegenes Werwolf-Lager der Hitlerjugendgewaltsam auf.  

Erste Lebensmitteltransporte werdenorganisiert. 
 

15.05.1945  
Nach Auslieferung des kroatischenHeeres an Jugoslawien werden 80.000 Soldaten und 30.000 Zivilisten ermordet  
Tägliche Rundschau erscheintzum ersten Male + Alliierte übernehmen die Verwaltung der DeutschenReichsbahn
SCHWARZENBERG  
Erste Lebensmitteltransporte werdenorganisiert. Bewaffnete Antifaschisten aus Raschau lösen ein bei Schwarzenberggelegenes Werwolf-Lager der Hitlerjugend gewaltsam auf. 

ERKLÄRUNG  
Johanngeorgenstadt, am 15. Mai 1945  
Infolge der durch den Waffenstillstandeingetretenen veränderten politischen Verhältnisse haben sichheute Männer aus der antifaschistischen Bewegung in Johanngeorgenstadtzu einer Besprechung im Ratsstübchen des Ratskellers eingefunden.Die Besprechung wurde von Paul Espig geleitet, dem aus der Mitte der Anwesendendas Amt des Bürgermeisters angetragen wurde. Er war bereit, das Amtzu übernehmen und die Geschäfte der Stadtverwaltung zu führen.Als eine der vordringlichsten Aufgaben wurde die Enthebung der bisherigenPolizei von ihren Ämtern und die Errichtung einer antifaschistischenPolizei bezeichnet. Die hierzu erforderlichen Vorarbeiten wurden sofortaufgenommen. Noch in der Nacht vom 15. zum 16. Mai wurde die antifaschistischePolizei aufgestellt, die auch sofort die Funktionen der bisherigen Polizeiübernahm. Die bisherige Polizei wurde am 16. Mai ihrer Ämterenthoben. Weiter wurde ein Aktionsausschuß gegründet, dem zunächst  
Paul Espig, Franz Nechwatal, FerdinandStaudacher, Walter Pitzing, Hermann Keller, Willy Stief sen., Willy Stiefjun., Kurt Engler, Alex Siems, Walter Gründel und Bruno Fröhlichangehören. 
 

16.05.1945 
Alliierte übergeben Italien200.000 deutsche Kriegsgefangene für Wiederaufbauarbeiten zur Verfügung+ Alliierte erklären, die Organisation Dönitz sei keine Regierung  
General Lucius Clay: Die Alliiertenwerden dafür sorgen, "die deutschen Kriegsverbrecher einer gerechtenAburteilung zuzuführen".
Aufruf an die Einwohnerschaftvon Schwarzenberg  
Die bisherigen Bürgermeisterunserer Stadt sind auf Grund eines Antrages aus Kreisen der Einwohnerschaftaus ihren Ämtern beurlaubt worden.  
Diese Maßnahme wird in dergesamten Bevölkerung begrüßt werden und zur Beruhigungbeitragen. Die Geschicke der Stadt und damit der gesamten Bevölkerungkonnten nicht länger in den Händen von Männern bleiben,die vor dem Zusammenbruch des Dritten Reiches alles für die Erhaltungdieses Reiches getan haben, vor allem aber nach Auflösung dieses Reichesnicht das Geringste unternommen haben, um die Reste desselben zu beseitigen.Außerdem sind keinerlei Maßnahmen ergriffen worden, um evtl.Vermögenswerte der aufgelösten Nationalsozialistischen Organisationenfür die Allgemeinheit sicherzustellen. Ebenso sind für die persönlicheSicherheit und die Sicherung des Eigentums der Bevölkerung nicht dieerforderlichen Maßnahmen getroffen worden.  
Ich bin vom Landrat ab 12. Mai 1945zum kommissarischen Bürgermeister der Stadt Schwarzenberg bestelltworden. Alle nationalsozialistischen Gesetze sind außer Kraft gesetzt.Im Moment ist jedoch keine Zeit, neue Gesetze zu erlassen und großeReden zu halten. Die vordringlichste Aufgabe ist die Sicherstellung derErnährung für unsere Bevölkerung.  

1. Der Verkauf von Lebensmittelnohne die vorgeschriebenen Lebensmittelabschnitte ist strengstens untersagt.Bezugsbeschränkte Waren dürfen weiterhin nur nach den jeweilserlassenen Anordnungen verkauft werden. Zuwiderhandlungen werden unnachsichtigbestraft  
2. Sämtliche Lebensmittel undandere Gegenstände des täglichen Bedarfs ( Kleidungsstückeund Spinnstoffe aller Art), gleichviel ob sie im Eigentum der Wehrmachtgestanden haben oder der zivilen Versorgung dienten, sind von der Stadtmit sofortiger Wirkung beschlagnahmt und dürfen ohne Bezugsausweisnicht verkauft oder entnommen werden. Wer sich an solchen Vorrätenvergreift, macht sich des Plünderns schuldig und wird erschossen.  
3. Es wird alles getan, die Lebensmittelversorgungim Rahmen der zur Zeit bestehenden großen Schwierigkeiten zu meistern.Vorübergehende Stockungen müssen verständnisvoll in Kaufgenommen werden.  
4. Die Zivilbevölkerung wirdgebeten, aus Gründen der eigenen Sicherheit in jeder Hinsicht Ruheund Ordnung sowie Disziplin zu wahren. Sicherheitsmaßnahmen fürdie Bevölkerung sind weitgehendst getroffen worden.  
5. Das eigenmächtige Herausschlagenvon Holz aus den Wäldern ist strengstens untersagt. Wegen einer allgemeinenVersorgung der Bevölkerung mit Brennholz wird allerschnellstens eineRegelung getroffen und bekanntgegeben.  
6. Es ist jedermann untersagt, eigenmächtigGegenstände zu requirieren. Wer auch hier in unerlaubter Weise handelt,hat mit strenger Strafe zu rechnen.  

Schwarzenberg, Erzgeb., am 16. Mai1945  

Der Erste Bürgermeister 
Irmisch 

Tellerhäuser: Antifaschistennehmen den sächsischen Gauleiter Mutschmann fest und übergebenihn der Roten Armee.  

In vielen Orten werden die Straßenumbenannt, sie erhalten ihre ursprünglichen Namen zurück.  

BEKANNTMACHUNG  
Nach eingegangenen Meldungen sindbei Parteiführern Übervorräte an Lebensmitteln und Beständenin anderen Gegenständen festgestellt worden. Ich nehme daher Veranlassung,folgendes anzuordnen:  
1. Alle Einrichtungsgenstände( vollständige Einrichtungen und einzelne Möbelstücke usw.) aller Geschäftsstellen der aufgelösten NSDAP, ihrer Gliederungenund angeschlossenen Verbände und aller ihrer Einrichtungen, wie Kinder-und Jugendheime usw., müssen als Volksgut in die Hände der Allgemeinheitzurückgegeben werden. Auch soweit diese Einrichtungen von den Stellender aufgelösten Partei ( durch Schein- oder Tarnverkäufe ) verkauftoder verschenkt oder soweit sie gestohlen worden sind, sind sie in öffentlicheHand zurückzuführen.  
2. Jeder, der etwas von einer Parteieinrichtungder NSDAP gekauft, geschenkt erhalten oder gestohlen hat, muß esbei der Stelle wieder abgeben, wo er es empfangen hat. Zur Entgegennahmebevollmächtigte Personen sind dort vorhanden.  
3. Soweit es sich um Lebensmittel,Genußmittel aller Art handelt, sind diese in der Polizeiwache abzugeben.Dort sind auch zweckdienliche Angaben über vermutliche Lagerung solcherLebensmittel usw. zu machen. Diese Anordnung gilt besonders für allehaupt- oder ehrenamtlichen Angestellten der Büros der aufgelöstenPartei, die irgendwelche Wahrnehmungen in dieser Hinsicht gemacht haben.  
4. Wer glaubt, daß er sichder Rückgabe auf irgendeine Art oder Weise entziehen kann, wird inleichteren Fällen bestraft, in schweren Fällen überdiesin Haft genommen.  
5.  In Verbindung hiermit wirdhinsichtlich der Lebensmittelvorräte in Privatbesitz folgendes angeordnet  

a) Alle diejenigen, die im Besitzübermäßiger Mengen von Hamstergut sind oder beim  
Zusammenbruch etwas gestohlen odergeschenkt bekommen haben, ganz gleich von wem, werden aufgefordert, biszum 17. Mai, 18 Uhr, alle diese Vorräte in der Polizeiwache an- oderabzugeben. Zweckdienliche Angaben sind ebenfalls dort zu machen. Ausgenommensind solche Vorräte, die entweder aus Schrebergärten geerntet,durch Beeren sammeln und dergl. beschafft oder im Rahmen der Lebensmittelbewirtschaftungnachweisbar erspart worden sind.  
b) Was nach dem 17. Mai an unrechtmäßigenÜbervorräten gefunden wird, wird beschlagnahmt. Die Verantwortlichenwerden bestraft.  

Schwarzenberg/ Erzgeb., am 16.Mai 1945 
Der Erste Bürgermeister 

Einwohner von Raschau !  
Die Macht der verhaßten Nazisist gebrochen. Wir haben die Verwaltung unserer Heimat übernommenund fordern alle Einwohner auf, mit uns aus dem hinterlassenen Trümmerhaufenzu retten, was zu retten ist. Um die Bevölkerung zu schützenund weiteres Blutvergießen zu vermeiden, wird zur Aufrechterhaltungder Ruhe und Ordnung sowie zur Sicherung der notwendigen Lebensbedürfnissefolgendes angeordnet:  
1. Waffen aller Art sind sofort,spätestens 6 Stunden nach diesem Aufruf, im Gemeindeamt abzugeben.Wie der Aktionsausschuß an Hand der Ablieferungsliste feststellenmußte, ist die Ablieferung nicht vollständig ausgeführtworden. - Wir fordern daher die ehemaligen Mitglieder der NSDAP und derenGliederungen nochmals besonders auf, dieser Aufforderung peinlichst genaunachzukommen, andernfalls mit Weiterungen zu rechnen ist.  
2. Plünderungen jeder Art sindverboten und werden strengstens geahndet.  
3. Warenverteiler haben die vorhandenenLebensmittel und sonstige Verbrauchsgüter nach besonderer Anordnungzu verteilen.  
4. Jeder Arbeiter, Beamte und Angestelltehat unbedingt auf seinem Posten zu verbleiben, sofern er nicht auf höherenBefehl abberufen wird. Auf gewissenhafte Pflichterfüllung wird besondersaufmerksam gemacht. Arbeitsentlassungen dürfen nicht vorgenommen werden.  
5. Bei Bedarf hat jeder Einwohnervon Raschau die Pflicht, zum Wohle seiner Heimatgemeinde einzustehen. Beieinem eventuellen Aufruf der Unterzeichneten hat jeder männliche Einwohnerunverzüglich auf dem noch zu bezeichnenden Stellplatz zu erscheinen.Ausländer, Evakuierte und Kriegsgefangene sind als Gäste zu betrachtenund haben sich den Anordnungen ebenfalls zu fügen.  
6. Tragen von Uniformen aller Art,Auszeichnungen oder gar politische Abzeichen sind verboten. Ausgenommenhiervon sind Uniformen der Polizei-, Bahn- und Postpersonen.  
7. Den Anordnungen und Weisungender eingesetzten Polizei und ihrer Hilfsorgane ist unbedingt Folge zu leisten.  
8. Persönliche Reibereien undStreitigkeiten haben unbedingt zu unterbleiben.  
9. Wer seine Heimat und seine Angehörigenliebt, verhält sich entsprechend den gegebenen Weisungen. Im anderenFalle ist er unser Gegner und wird als solcher behandelt.  
10. Diese Anordnung tritt sofortin Kraft und wird erst nach höherer Anweisung gemildert oder verschärft.  
Raschau, am 16. Mai 1945 

AntifaschistischerAktionsausschuß 
gez. Unterschrift 
 
17.05.1945 
Dönitz verhandelt abermalsmit Westalliierten auf dem Wohnschiff Patria  
In Flensburg treffen die Mitgliederder Sowjetischen Kontrollkommission beim OKW ein
AUE  
Die Ehefrau des Gauleiters Mutschmann,die sich flüchtig in Tellerhäuser aufhielt, hatte sich, um derVerhaftung zu entgehen, einem Flüchtlingszug in Richtung Raschau angeschlossen.Sie wurde erkannt, am 14. Mai in Rittersgrün verhaftet und am 15.Mai in Aue von der amerikanischen Polizei übernommen.  
EIBENSTOCK  
Der Bürgermeister hat einenAufruf zur Meldung von Lebensmitteln und Spinnstoffwaren erlassen, in demes heißt: In der letzten Zeit haben durchfahrende Wehrmachtsfahrzeugewiederholt Verpflegungsgüter in größeren Mengen wild anHerumstehende verteilt. Man hat beobachtet, daß dabei einzelne inden Besitz von übergroßen Mengen Nahrungsmitteln gelangt sind,die sie bestimmt in der nächsten Zeit nicht benötigen. AndereEinwohner sind nach wie vor auf die äußerst knappen Rationenangewiesen. Die auf diese Weise herbeigeführte ungleichmäßigeVersorgung muß unter allen Umständen wieder beseitigt werden.Einwohner, die in der letzten Zeit außerhalb der behördlichgeregelten Lebensmittelverteilung Nahrungsmittel erhalten haben, sind verpflichtet,diese bis zum morgigen Freitag in der Sammelstelle Saarstraße 15gegen Empfangsbescheinigung abzugeben... 
 
18.05.1945 
Generaloberst Jodl spricht anBord der Patria mit General Truskow  
Max Schmeling von Briten verhaftet+ Leni Riefenstahl wird unter Aufsicht gestellt
ANNABERG  

Naziverbrecher und Werwolfbanditenam Pranger  MartinMutschmann mit anderen Mordgesellen und Volksbetrügern zur Schau gestellt  

Wie  ein Lauffeuer ging am Donnerstagdie Nachricht von der Festnahme des ehemaligen Nazi-Gewaltigen in Sachsen,Martin Mutschmann, durch unsere Stadt.  
Die Bevölkerung, die über10 Jahre auch in unserem Bezirk von den Partei-Aposteln der NSDAP zur Anbetungdieses politisch verblödeten Nazigötzen gezwungen worden ist,atmete erleichtert auf, wieder von jenen Figuren befreit zu sein, die zuden intimsten Freunden Hitlers gehörten. Lange genug hat er unterMißbrauch seiner Machtstellung und mit der Unfähigkeit einestotalen Nichtskönners über Wohl und Wehe der sächsischenBevölkerung zu bestimmen gehabt. Lange genug hat er durch sein schmutzigesTreiben als Volksbetrüger und Kriegshetzer die politische Vergiftungund Verhetzung seiner mundtotgemachten Untertanen bewerkstelligt. Langegenug auch hat er das unmenschliche Tyranneisystem des NationalsozialismusAndersgesinnten gegenüber angewandt, während er Korruption, Ausschweifungund Vetternwirtschaft bei seinen eigenen Parteibonzen duldete und totschwieg.Er ist nicht nur Mitschuldiger an den entsetzlichen Greueln, die auch insächsischen Arbeits- und Konzentrationslagern verübt wurden,sondern er ist - und das wollen wir niemals vergessen ! - auch der Mörderunserer Frauen und Kinder, die er als Reichsverteidigungskommissar vonSachsen willenlos in die Vernichtung des Luftkrieges  trieb. Er, derjahrelang Tapferkeit und Standhaftigkeit predigte, wollte sich durch feigeFlucht der Verantwortung entziehen und hat sich dadurch selbst zum Jämmerlinggrößten Ausmaßes gestempelt. Aber nicht nur das. Mutschmannentpuppte sich auch als Schieber und Volksbetrüger ganz großenFormats. Lebensnotwendige Volksgüter, die der breiten Masse entzogenwurden, konnten jetzt bei ihm beschlagnahmt  werden. In umfangreichenLagern hatte er alle nur erdenklichen Lebensmittel für seinen persönlichenBedarf  aufgespeichert. Während andere hungerten oder wegen lächerlicher,aus Hunger begangener Vergehen härteste Strafen erdulden mußten,bereicherte sich dieser Betrüger widerrechtlich, füllte seineVorratslager bis zum Brechen und fraß sich satt wie die Made im Speck.  
Nun stand er auf dem freien Denkmalssockeldes Annaberger Marktplatzes. Diesmal nicht umgeben vom Kometenschweif seinerParteigenossen, sondern am Pranger zusammen mit seinen Mordgesellen des?Werwolf? und zwei weiteren Betrügern seines Schlages; nicht mit goldenenTressen und dem Lametta faschistischer Kriegsbemalung, sondern in der ganzenJämmerlichkeit seiner kümmerlichen Person. Nach außen hinein armseliger Tropf, aber im Grunde seiner schwarzen Seele das, was erimmer war und bleiben wird: ein gemeiner Volksverbrecher, der weder Rücksichtnoch Mitleid verdient.  
Bürgermeister Schmitt wandtesich mit kurzen Worten an die Bevölkerung und gab seiner Genugtuungdarüber Ausdruck, daß es der Antifaschistischen Aktion nachlanger, mühevoller Fahndung gelungen sei, die Öffentlichkeitvon diesen Verbrechern zu befreien. Die zahlreich Versammelten stimmtenseinen Worten begeistert zu. Die gründliche Reinigung des Volkskörpersvon den verbrecherischen Elementen des Naziregimes wird weitergeführt,und wenn auch der Kreis Annaberg von ihnen befreit sein wird, dann habenwir es dem standhaften Aushalten derjenigen zu verdanken, die den Naziterrorzumeist mehrere Jahre hindurch am eigenen Leibe zu spüren bekamen.  

Annaberger Tageblatt 19./20.5.1945  

RASCHAU  
Bekanntmachung  
Hinsichtlich der Abgabe von Fahnen,Uniformen und Ausrüstungsstücken dürften Unklarheiten inder Einwohnerschaft bestehen. Es wird deshalb eine letzte Gelegenheit zurAbgabe am Dienstag, dem 22. Mai 1945, vormittags 8 Uhr bis nachmittags  
5 Uhr, gegeben. Abzugeben sind:  
1. Alle Parteifahnen. 2. alleWimpel  
3. alle Uniformen der Parteiund ihrer Gliederungen,  einschließlich der HJ, des Jungvolksund des BDM. 4. alle Koppel. 5. alle Schulterriemen  
6. alle Mützen. 7. alleAbzeichen jeglicher Art  
8. alle Binder und Halstücher.  
Die Gegenstände werden anvorstehendem Tag im Rathaus, Zimmer 3, entgegengenommen.  
Zertrennte oder gefärbteUniformstücke sind mit vorzulegen. Ausgenommen von der Uniformabgabesind die uniformierten Beamten und Uniformen der ehemaligen Wehrmacht.Wer sich nach vorstehender Abgabezeit noch im Besitz von Uniformen undAusrüstungsgegenständen befindet, setzt sich einer Bestrafungaus.  

Antifaschistischer Aktionsausschuß  
gez. Zellweger               gez. Müller 
 

19.05.1945 
Amerikaner bestimmen den deutschenGeneral Westphal zum neuen OB Süd
SCHWARZENBERG  
Hitlerbild auf den Briefmarken wirddurch einen Überdruck, der die Silhouette des Schwarzenberger Schlosseszeigt, unkenntlich gemacht. 
 
20.05.1945 
Westalliierte und Russen verhandelnerneut mit Dönitz  
Iswestia : Fall Dönitz istzu einem gefährlichen politischen Spiel geworden
LÖSSNITZ  
Bekanntmachung  
Die Lebensmittelversorgung von Lößnitzist  ernstlich gefährdet. Die Ursachen dafür liegen darin,daß unser Gebiet vorläufig noch Niemandsland ist, für dassich weder die amerikanische, noch die russische Militärverwaltungzuständig erklärt. Bis zur endgültigen Besetzung bleibenwir von unseren bisherigen Lebensmittelquellen abgeschnitten und sind aufuns allein gestellt. Erschwert wird diese Lage durch die in unverantwortlicherWeise übersteigerte Aufnahme von Umquartierten und Flüchtlingenin dieses Zuschußgebiet  durch den Auer Kreisleiter. Wir bedauernes daher, unseren Umquartierten dringendst nahelegen zu müssen, sobald als möglich in ihr Heimatgebiet  zurückzukehren, umso ihre eigene Ernährung sicherzustellen und die der einheimischenBevölkerung zu verbessern. Wir werden alles tun, um ihnen hierbeibehilflich zu sein.  
Stadtverwaltung 
 
21.05.1945 
Flensburg: Verhandlungen überErnährung, Transport und Verkehr  
Krupp wird verhaftet + DeutschesOberkammando Süd liefert Feldmarschall Schörner an Alliierteaus, bei den Russen steht er auf der Liste der Hauptkriegsverbrecher +Berliner Zeitung erscheint erstmals
AUE  
Der Aktionsausschuß entläßtunter Berufung auf die Beschlüsse der Jaltakonferenz OberbürgermeisterGeipel , "um damit freie Bahn für eine nazireine Stadtverwaltung zuschaffen".  
Bürgermeister a.D. Max Ziegler,SPD, wird kommissarischer Oberbürgermeister.  
Stadtrat Max Poepel:  
" Hermann Graf eröffnetedem Oberbürgermeister als auch mir, daß wir uns nicht mehr imAmt befindlich betrachten sollten, also abgesetzt seien. Dies sei der Wunschder Einwohnerschaft und man bedankte sich für all die Mühe, diewir beide uns um das Wohl der Stadt gegeben hatten. Der Oberbürgermeistersollte seine Wohnung nicht verlassen. Von einer Verhaftung von uns beidenwollten sie absehen.... Von mir sagte man noch, ich könnte mich freibewegen und hätte keine Unannehmlichkeiten zu erwarten." 
 
22.05.1945 
Eisenhower befiehlt Entlassungdeutscher Kriegsgefangener mit folgenden Berufen: Landarbeiter, Bergleute,Eisenbahner, Mitarbeiter lebenswichtiger öffentlicher Betriebe
Bekanntmachung  
Hinsichtlich der Abgabe von Fahnen,Uniformen und Ausrüstungsstücken dürften Unklarheiten inder Einwohnerschaft bestehen. Es wird deshalb eine letzte Gelegenheit zurAbgabe am  
Dienstag, dem 22. Mai 1945
vormittags 8 Uhr bis nachmittags 5 Uhr,gegeben. Abzugeben sind:  
1. Alle Parteifahnen  
2. alle Wimpel  
3. alle Uniformen der Partei undihrer Gliederungen, einschließlich der HJ, des Jungvolks und desBDM  
4. alle Koppel  
5. alle Schulterriemen  
6. alle Mützen  
7. alle Abzeichen jeglicher Art  
8. alle Binder und Halstücher.  
Die Gegenstände werden an vorstehendemTag im Rathaus, Zimmer 3, entgegengenommen.  
Zertrennte oder gefärbte Uniformstückesind mit vorzulegen. Ausgenommen von der Uniformabgabe sind die uniformiertenBeamten und Uniformen der ehemaligen Wehrmacht.  
Wer sich nach vorstehender Abgabezeitnoch im Besitz von Uniformen und Ausrüstungsgegenständen befindet,setzt sich einer Bestrafung aus.  
Raschau, am 18. Mai 1945  
Antifaschistischer Aktionsausschuß 
gez. Zellweger              gez. Müller 

AUE  
Mit sofortiger Wirkung werden folgendeStraßen umbenannt: Dr.-Todt-Straße in ?Wettinerstraße?,Reinhard-Hendrich-Straße in ?Lindenstraße?, Horst-Wessel-Straßein ?Hubertusstraße?, Friedrich-Loeper-Straße in ?Am Plan?,Adolf-Hitler-Straße in ?Poststraße?, Adolf-Hitler-Brückein ?Bahnhofsbrücke?, Herbert-Norkus-Straße in ?Hohe Straße?,Mutschmann-Straße in ?Reichsstraße?, Schlageterstraßein ?Röntgenstraße?, Hans-Schemm-Platz in "Platz vor der Warte?,Dietrich-Eckart-Straße in "Brunnenstraße?, Immelmannstraßein "Robert-Koch-Straße?, Hindenburgstraße in "SchneebergerStraße?, Zschorlauer Straße ab Lange-Bad bis Stadtgrenze in"Sonnental? und Langemarckstraße in "Sonnenstraße?.  

Ziegler  
kommiss. Oberbürgermeister 
 

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